Wie groß ist dein Gott?

Jürgen Ferrary
4. November 2025

Jedes Mal, wenn wir uns Ziele setzen, sagen wir damit eigentlich: „Gott, ich glaube dir, dass du etwas mit meinem Leben vorhast.“ Ich vertraue dir, dass du Türen öffnest, Ressourcen freisetzt, Menschen zusammenführst und Wege bahnst, wo ich keine sehe. Ich glaube daran, dass du ein Gott bist, der heute noch Wunder tut.

Vielleicht klingt das etwas pathetisch. Aber vielleicht ist genau das unser Problem: Wir glauben oft zu klein.

Wenn wir in die Bibel schauen, sehen wir, dass Jesus übernatürlich gewirkt hat. Er hat mit Vollmacht gepredigt, zur Umkehr gerufen und die Liebe Gottes sichtbar gemacht. Er hat Kranke geheilt, Verlorene gefunden, Hungrige gespeist. Und er hat Menschen immer wieder herausgefordert, ihm etwas zuzutrauen.

In Matthäus 9 lesen wir von zwei Blinden, die zu Jesus kommen. Sie bitten ihn um Heilung. Und Jesus antwortet: „Was ihr mir zutraut, das soll geschehen!“ (Matthäus 9,29). Was für ein Satz! – Was wir Jesus zutrauen, das will er tun.

Aber wie ist das bei uns? Trauen wir Gott heute noch zu, dass er handeln kann – auch in unserem Alltag? Oder sind das für uns nur alte Geschichten aus einer anderen Zeit?

Ich musste in den letzten Tagen oft schmunzeln und sagen: „Gott hat Humor!“ Ich war mit meinem Sohn auf Zypern, direkt nach der Ankunft auf einem Dorffest – dem „Banana Festival“, das ein Freund von mir organisiert hat.“. Und dort lernt mein Sohn „zufällig“ einen anderen 14-jährigen Deutschen kennen. Und dazu noch einen Christen.

So kam ich ins Gespräch mit dessen Vater – Andreas, was übersetzt „der Mutige“ heißt. Und mutig ist er wirklich. Andreas hat mit seiner Familie bis vor Kurzem in Israel gelebt – bis zum furchtbaren Hamas-Angriff. Danach ist er mit seiner Frau und seinen fünf Kindern nach Zypern gezogen – ohne zu wissen, wie es weitergeht.

Doch Gott hat ihm eine Vision gegeben: Ein Trauma-Zentrum für Menschen, die durch den Krieg seelisch verletzt wurden. Und Stück für Stück öffnet Gott die Türen: Ein Co-Working-Space wurde übernommen, ein Ort der Begegnung, wo Menschen zusammenkommen, essen, reden, heilen.

Ich weiß nicht, wie und wann dieses Trauma-Zentrum Wirklichkeit wird. Aber ich weiß: Andreas traut Gott Großes zu. Und ich frage mich: Kann es sein, dass unser Glaube manchmal zu wenig Frucht bringt, weil wir Gott zu wenig zutrauen?

Wenn Gott derselbe ist – gestern, heute und morgen – dann wirkt er auch heute noch. Vielleicht ist der entscheidende Punkt gar nicht, ob Gott handelt, sondern ob wir ihm zutrauen, dass er es tut.

Ich habe einmal diesen Satz gelesen, der mich seitdem nicht loslässt:

  • Wenn du dir ein großes Ziel setzt, wird Gott auf große Weise wirken.
  • Wenn du dir ein mittleres Ziel setzt, wird Gott auf mittlere Weise wirken.
  • Wenn du dir ein kleines Ziel setzt, wird Gott auf kleine Weise wirken.
  • Und wenn du dir gar kein Ziel setzt – dann hast du automatisch eines – nämlich, dass alles so bleibt, wie es ist.

Darum lehrt uns die Bibel, Ziele zu haben. Sie sind eine geistliche Übung. Sie fordern unseren Glauben heraus, sie formen unseren Charakter und stärken unsere Hoffnung.

Vielleicht bist du kein „Andreas“. Ich auch nicht. Aber Gott hat mit jedem von uns etwas vor. Er schreibt keine Kopien – sondern persönliche Geschichten.

Herausforderung für heute: Frag dich einmal ehrlich: Was traue ich Gott in meinem Leben wirklich zu? Vielleicht ist es Zeit, wieder größer zu glauben – und Gott mutiger zu vertrauen.

Sei gesegnet!

„Glaube beginnt dort, wo du aufhörst, alles selbst kontrollieren zu wollen“ (Corrie ten Boom).

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